Sportphysiotherapie
Olympische Spiele München 1972 - hier hatte die Sportphysiotherapie
ihre Anfänge. Damals waren es Masseure, die ihre Aufgabe hauptsächlich
in der Erstversorgung und in passiven, regenerativen Maßnahmen
wie Massagen, Kälte- und Wärmeanwendungen, Tapen und Bandagieren
sahen.
Erst Mitte der achtziger Jahre wurden die ersten Krankengymnasten,
bzw. Physiotherapeuten, im Leistungssport eingesetzt. So wurde der
Schwerpunkt immer mehr auf aktive und trainingstherapeutische Methoden
gelegt. Auch die Zusammenarbeit von Sportwissenschaftlern, Trainern,
Medizinern, Physiotherapeuten, Masseuren und Psychologen gewann
seit dem an Bedeutung.
Sportphysiotherapie richtet sich heute an den Breiten- und den
Leistungssport gleichermaßen. Die Aufgaben liegen in der Betreuung
im Training und Wettkampf, Regeneration, Symptombehandlung, Folgebehandlung,
sportartspezifische Trainingstherapie und Rehabilitation.
Um diese verantwortungsvolle Arbeit dürchführen zu können,
bedarf es einer qualifizierten Ausbildung. Hierzu ist wichtig, dass
der Sportphysiotherapeut nicht nur tapen und massieren kann, sondern
auch über ein Fachwissen in den Bereichen der motorischen Grundeigenschaften
(Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Koordination), der Physiologie
der Wundheilung, den komplizierten biomechanischen Zusammenhängen
des Körpers, sowie der Trainingswissenschaften verfügt.
Nur mit diesem Wissen ist eine optimale Begleitung des Sportlers
in der Vorbereitungs- und Wettkampfsphase, sowie während der
Rehabilitation und Zurückführung auf das pre-Trauma-Niveau
möglich. Nicht selten werden Sportler zu früh wieder an
den Wettkampf herangeführt, weil sie schmerzfrei sind und sich
"fit" fühlen. Die Belastbarkeit der verletzten Struktur
ist dann aber oft noch nicht wieder hergestellt, so dass es zu einer
erneuten Verletzung kommt ( z.B: van de Vaart, Nowottny, Matthäus).
Meine zweijährige Ausbildung bei B.A.M. van Wingerten an der
IAS (International Acadamy for Sportscience) zum Sportphysiotherapeuten
und Physical-Rehabilitation-Trainer beeinhaltet genau diese wichtigen
Themen. Praktische Erfahrung habe ich u.a. in der 2. Handball-Bundesliga
sowie in der Handball-Nationalmannschaft machen können.
Der Sportphysiotherapeut ist dafür verantwortlich, dass der
Sportler gesund an den Trainer übergeben wird! Sowohl in Mannschafts-
wie auch Individualsportarten ist diese Komplettbetreuung der Sportler
in vielen Vereinen immer noch zweitrangig, obwohl nur durch eine
professionelle medizinische Versorgung der Sportler eine optimale
Leistung über die gesamte Wettkampfsphase erbringen kann.
Der Begriff "Sportphysiotherapeut" ist leider nicht geschützt,
so dass ihn jeder benutzen kann, auch wenn es sich bei der "Ausbildung"
nur um ein Tape- und Sportmassagekurs am Wochenende handelt.
|